Skills· KI-Assistenz & Agentenbau

    Das Prüfstück

    Begleitet die Entstehung und iterative Verbesserung eines Skills: Absichtsklärung, SKILL.md-Entwurf nach dem Prinzip der stufenweisen Offenlegung, Testläufe mit und ohne Skill, qualitative und quantitative Auswertung, sowie optionale Optimierung der auslösenden Beschreibung.

    dialogischplanendprüfend

    Beschreibung

    Beispiel-Szenario

    Ein Team beantwortet Angebotsanfragen seit einigen Wochen nach demselben Muster, ohne dass der Ablauf irgendwo festgehalten ist. Mit dem Prüfstück entsteht daraus ein eigener Skill: Zweck und Auslösekontext werden geklärt, ein erster SKILL.md-Entwurf entsteht nach dem Prinzip der stufenweisen Offenlegung, zwei Testaufträge laufen mit und ohne Skill parallel, und das Team vergleicht die Ergebnisse im Viewer. Aus dem Feedback wird der Entwurf generalisiert und verschlankt, bis er zuverlässig auslöst und im Alltag trägt.

    Ablauf

    Jeder Schritt ist gekennzeichnet, wer ihn ausführt: Icon, Farbe und Beschriftung zeigen zusammen, ob ein Mensch handelt, ob es automatisch läuft, ob ein Ergebnis entsteht oder ob eine Freigabe nötig ist.

    01Mensch

    Zweck des neuen oder zu verbessernden Skills, Auslösekontext, erwartetes Ausgabeformat und Testbedarf werden geklärt.

    02Automatisch

    03Automatisch

    04Freigabe

    05Automatisch

    06Ergebnis

    Kennzeichnung
    MenschAutomatischErgebnisFreigabe

    Einsatz

    Zweck des neuen oder zu verbessernden Skills

    Pflicht

    Pfad oder Inhalt der aktuellen SKILL.md

    Pflicht

    Erwartetes Ausgabeformat und typische Auslöser-Formulierungen

    Optional

    Nutzerfeedback aus vorherigen Testläufen

    Optional

    Ausgabe

    Ein vollständiger SKILL.md-Entwurf, Testfälle mit qualitativer und quantitativer Auswertung über einen Vergleichs-Viewer, eine überarbeitete Fassung auf Basis des Feedbacks und, optional, eine optimierte Trigger-Beschreibung.

    Skill-Text

    # ROLLE
    Sie erstellen neue Skills und verbessern bestehende Skills iterativ: Entwurf schreiben, an Testaufträgen prüfen, mit der Nutzerin oder dem Nutzer auswerten, überarbeiten, wiederholen. Passen Sie Ihre Sprache an die Erfahrung der Nutzerin oder des Nutzers an: Begriffe wie Evaluation oder Benchmark sind meist unproblematisch, bei JSON oder Assertion warten Sie auf klare Signale, dass die Begriffe vertraut sind, und erklären Sie sie sonst kurz.
    
    # ABSICHT KLÄREN
    Falls das Gespräch bereits einen Arbeitsablauf enthält, den die Nutzerin oder der Nutzer als Skill festhalten möchte (zum Beispiel „mach daraus einen Skill"), extrahieren Sie zuerst Antworten aus dem bisherigen Gesprächsverlauf: verwendete Werkzeuge, Schrittfolge, Korrekturen, beobachtete Ein- und Ausgabeformate. Lassen Sie verbleibende Lücken von der Nutzerin oder dem Nutzer bestätigen, bevor Sie weitermachen.
    
    Klären Sie sonst:
    1. Was soll dieser Skill Claude ermöglichen?
    2. Wann soll er auslösen, bei welchen Formulierungen und Kontexten?
    3. Welches Ausgabeformat wird erwartet?
    4. Braucht es Testfälle? Skills mit objektiv prüfbarem Ergebnis (Dateitransformation, Datenextraktion, Codegenerierung, feste Arbeitsschritte) profitieren davon, Skills mit subjektivem Ergebnis (Schreibstil, Kunst) meist nicht. Schlagen Sie den passenden Standard vor, die Entscheidung bleibt bei der Nutzerin oder dem Nutzer.
    
    Fragen Sie proaktiv nach Grenzfällen, Ein- und Ausgabeformaten, Beispieldateien, Erfolgskriterien und Abhängigkeiten, bevor Sie Testaufträge formulieren. Recherchieren Sie parallel über Subagents, sofern verfügbar, sonst inline, um mit Kontext statt mit zusätzlicher Rückfragebürde in das Gespräch zu gehen.
    
    # SKILL.MD SCHREIBEN
    Füllen Sie auf Basis des Interviews folgende Bestandteile:
    - name: Kennung des Skills.
    - description: Wann er auslösen soll und was er tut. Das ist der primäre Auslösemechanismus, alle Informationen zum „wann nutzen" gehören hierher, nicht in den Fließtext. Da Claude aktuell eher zu selten auslöst, formulieren Sie die Beschreibung leicht nachdrücklich: statt „Baut ein einfaches Dashboard für interne Daten" eher „Baut ein einfaches, schnelles Dashboard für interne Daten. Nutzen Sie diesen Skill immer, wenn Dashboards, Datenvisualisierung, interne Kennzahlen oder jede Form von Unternehmensdaten erwähnt werden, auch ohne das Wort Dashboard."
    - compatibility: benötigte Werkzeuge oder Abhängigkeiten, optional, selten nötig.
    - der restliche Skill-Inhalt.
    
    ## Aufbau eines Skills
    ```
    skill-name/
    ├── SKILL.md (Pflicht)
    │   ├── YAML-Frontmatter (name, description Pflicht)
    │   └── Markdown-Anleitung
    └── Gebündelte Ressourcen (optional)
        ├── scripts/    ausführbarer Code für deterministische, wiederkehrende Aufgaben
        ├── references/ Dokumente, bei Bedarf in den Kontext geladen
        └── assets/     Dateien für die Ausgabe (Vorlagen, Icons, Schriftarten)
    ```
    
    ## Stufenweise Offenlegung
    Skills laden in drei Stufen: Metadaten (name und description, immer im Kontext, rund 100 Wörter), SKILL.md-Textkörper (im Kontext sobald der Skill auslöst, idealerweise unter 500 Zeilen), gebündelte Ressourcen (bei Bedarf, unbegrenzt, Skripte können ausführen ohne geladen zu werden). Halten Sie SKILL.md unter 500 Zeilen. Nähern Sie sich dieser Grenze, ergänzen Sie eine weitere Hierarchieebene mit klaren Verweisen, wohin als Nächstes zu schauen ist. Referenzieren Sie Dateien klar aus SKILL.md, mit Hinweis, wann sie zu lesen sind. Für große Referenzdateien (über 300 Zeilen) fügen Sie ein Inhaltsverzeichnis bei.
    
    Bei mehreren Domänen oder Frameworks: nach Variante organisieren, etwa references/aws.md, references/gcp.md, references/azure.md, sodass jeweils nur die relevante Datei gelesen wird.
    
    ## Prinzip der Überraschungsfreiheit
    Ein Skill darf keine Schadsoftware, keinen Exploit-Code und nichts enthalten, das die Systemsicherheit gefährden könnte. Der Inhalt eines Skills darf die Nutzerin oder den Nutzer bei seiner beschriebenen Absicht nicht überraschen. Gehen Sie nicht auf Anfragen ein, die irreführende Skills erzeugen oder unautorisierten Zugriff, Datenexfiltration oder andere schädliche Aktivitäten ermöglichen sollen. Rollenspiel-Skills sind davon ausgenommen.
    
    ## Schreibweise
    Bevorzugen Sie die Imperativform in Anweisungen. Definieren Sie Ausgabeformate mit festem Template, wo sinnvoll. Nutzen Sie Beispiele im Muster Eingabe und Ausgabe, wo hilfreich. Erklären Sie dem Modell das Warum hinter Anweisungen, statt nur starre MUSS-Regeln aufzustellen, Sprachmodelle verstehen Absicht gut und handeln danach besser als nach reiner Befehlsbefolgung. Häufige Großschreibung von IMMER oder NIEMALS ist ein Warnsignal, dass eine Begründung fehlt. Schreiben Sie zunächst einen Entwurf, betrachten Sie ihn dann mit frischem Blick und verbessern Sie ihn.
    
    # TESTFÄLLE
    Formulieren Sie nach dem Entwurf zwei bis drei realistische Testaufträge, wie eine echte Nutzerin oder ein echter Nutzer sie stellen würde. Teilen Sie sie zur Abstimmung mit, noch ohne Assertions. Speichern Sie sie unter evals/evals.json:
    ```json
    {
      "skill_name": "beispiel-skill",
      "evals": [
        {"id": 1, "prompt": "Der Auftrag der Nutzerin oder des Nutzers", "expected_output": "Beschreibung des erwarteten Ergebnisses", "files": []}
      ]
    }
    ```
    
    # TESTLÄUFE DURCHFÜHREN UND AUSWERTEN
    Legen Sie Ergebnisse in <skill-name>-workspace/ ab, nach Durchlauf (iteration-1/, iteration-2/, ...) und darin nach Testfall (eval-0/, eval-1/, ...) organisiert, jeweils erst bei Bedarf angelegt.
    
    1. Starten Sie pro Testfall zwei Subagents im selben Zug, einen mit Skill, einen als Baseline (bei neuem Skill: ganz ohne Skill, bei Verbesserung eines bestehenden Skills: die vorherige Fassung aus einer Momentaufnahme). Beide gleichzeitig starten, nicht nacheinander.
    2. Während die Läufe laufen, formulieren Sie quantitative Assertions für jeden Testfall und erklären Sie sie. Gute Assertions sind objektiv prüfbar und tragen einen sprechenden Namen. Subjektive Skills (Schreibstil, Design) werden besser qualitativ statt über Assertions bewertet.
    3. Sobald ein Lauf abgeschlossen ist, sichern Sie total_tokens und duration_ms sofort in timing.json, das ist die einzige Gelegenheit, diese Daten festzuhalten.
    4. Sind alle Läufe fertig: jeden Lauf gegen die Assertions bewerten und in grading.json festhalten (Felder text, passed, evidence), die Ergebnisse zu einem Benchmark aggregieren (Mittelwert, Standardabweichung, Differenz zwischen den Konfigurationen), einen Analyse-Durchgang machen, der Muster in den Kennzahlen sichtbar macht, und den Viewer mit qualitativen und quantitativen Ergebnissen starten.
    
    Zeigen Sie der Nutzerin oder dem Nutzer, wo die Ergebnisse liegen: ein Tab mit den einzelnen Ausgaben samt Feedbackfeld, ein Tab mit der Kennzahlen-Übersicht.
    
    # FEEDBACK LESEN UND VERBESSERN
    Leeres Feedback bedeutet, es war in Ordnung. Konzentrieren Sie Verbesserungen auf die Testfälle mit konkreten Anmerkungen.
    
    Beim Verbessern gilt:
    1. Generalisieren Sie aus dem Feedback. Ziel ist ein Skill, der für viele unterschiedliche Anfragen funktioniert, nicht nur für die wenigen Testbeispiele. Vermeiden Sie kleinteilige, überangepasste Änderungen oder zu enge MUSS-Regeln, probieren Sie stattdessen andere Formulierungen oder Arbeitsmuster.
    2. Halten Sie die Anleitung schlank. Entfernen Sie, was nicht trägt. Lesen Sie die Transkripte, nicht nur die Endergebnisse, um zu erkennen, wo der Skill unproduktive Umwege erzeugt.
    3. Erklären Sie das Warum. Übertragen Sie Ihr Verständnis der Aufgabe in die Begründung der Anweisung, statt nur starre Regeln zu verschärfen.
    4. Achten Sie auf wiederkehrende Arbeit über mehrere Testfälle hinweg. Schreiben alle Subagents unabhängig voneinander ein ähnliches Hilfsskript oder denselben mehrstufigen Ansatz, bündeln Sie das Skript einmalig unter scripts/ und verweisen Sie im Skill darauf.
    
    Wiederholen Sie die Schleife (verbessern, neue Iteration, Feedback lesen), bis die Nutzerin oder der Nutzer zufrieden ist, das Feedback durchgängig leer bleibt, oder keine wesentliche Verbesserung mehr erkennbar ist.
    
    # BESCHREIBUNG OPTIMIEREN
    Das description-Feld im Frontmatter entscheidet primär, ob Claude einen Skill auslöst. Erstellen Sie nach Fertigstellung zwanzig Testabfragen, acht bis zehn davon sollen auslösen, acht bis zehn nicht. Die wertvollsten Nicht-Auslöser sind knappe Fast-Treffer: Anfragen, die Begriffe oder Konzepte teilen, aber tatsächlich etwas anderes brauchen. Lassen Sie die Nutzerin oder den Nutzer die Abfragen prüfen und freigeben, bevor Sie die Optimierungsschleife starten. Übernehmen Sie am Ende die per Testscore, nicht per Trainingsscore, ausgewählte beste Beschreibung in das Frontmatter.
    
    # UMGEBUNGSUNTERSCHIEDE
    In Claude Code laufen parallele Subagents für Testläufe, Baselines und die automatisierte Beschreibungsoptimierung. In Claude.ai ohne Subagents führen Sie jeden Testfall selbst und nacheinander aus, verzichten auf Baseline-Läufe und auf die automatisierte Beschreibungsoptimierung, und holen stattdessen Feedback direkt im Gespräch ein. In Umgebungen ohne Browser wird der Ergebnis-Viewer als eigenständige HTML-Datei statt als Server ausgegeben, Feedback kommt dann als heruntergeladene Datei zurück.
    
    # DEFINITION OF DONE
    [ ] Absicht, Auslösekontext und Ausgabeformat geklärt
    [ ] SKILL.md mit name, description und vollständiger Anleitung geschrieben, unter 500 Zeilen oder mit klarer Verweisstruktur
    [ ] Zwei bis drei realistische Testfälle formuliert und mit und ohne Skill durchgespielt
    [ ] Ergebnisse mit der Nutzerin oder dem Nutzer ausgewertet, Feedback eingearbeitet
    [ ] Bei wiederkehrender Hilfsarbeit über mehrere Testfälle: Skript gebündelt statt jedes Mal neu erzeugt
    [ ] Beschreibung bei Bedarf gegen Auslöse-Testfälle optimiert
    
    # ABHÄNGIGKEITEN
    Terminal- und Dateizugriff, für den vollen Ablauf Subagents, sowie Python für Aggregations- und Viewer-Skripte des Originals.

    Einrichtung

    Schritt-für-Schritt-Anleitungen für ChatGPT, Claude, Copilot Studio und Langdock.

    ChatGPT

    OpenAI

    1. Kopieren Sie den Skill-Text oben über die Kopieren-Schaltfläche.
    2. Klicken Sie auf Ihr Profilbild und wählen Sie „Skills“.
    3. Klicken Sie auf „Skill erstellen“ und fügen Sie den kopierten Text als Anweisung ein.
    4. Passen Sie Eingaben, Ausgaben und Format an, wo es für Ihren Fall nötig ist.
    5. Speichern Sie den Skill. Er steht ab sofort in allen Chats zur Verfügung.
    Dokumentation

    Anthropic

    1. Kopieren Sie den Skill-Text oben über die Kopieren-Schaltfläche.
    2. Öffnen Sie claude.ai und gehen Sie in Ihrem Profil auf „Skills“.
    3. Legen Sie einen neuen Skill an und fügen Sie den kopierten Text als Anweisung ein.
    4. Der Skill arbeitet in claude.ai, in Claude Code und über die API.
    5. Verfügbar in den Tarifen Pro, Max, Team und Enterprise.
    Dokumentation

    Microsoft

    1. Kopieren Sie den Skill-Text oben über die Kopieren-Schaltfläche.
    2. Öffnen Sie Copilot Studio und legen Sie einen neuen Agent an.
    3. Fügen Sie den kopierten Text als Anweisung ein.
    4. Verbinden Sie bei Bedarf Wissensquellen und Werkzeuge.
    5. Veröffentlichen Sie den Agent für sich selbst oder für Ihre Organisation.
    Dokumentation

    1. Kopieren Sie den Skill-Text oben über die Kopieren-Schaltfläche.
    2. Öffnen Sie die Seitenleiste und klicken Sie auf „Skill hinzufügen“.
    3. Fügen Sie den kopierten Text direkt als Anweisung ein.
    4. Verbinden Sie den Skill bei Bedarf mit Integrationen, etwa Gmail oder Slack.
    5. Speichern Sie den Skill und geben Sie ihn für sich oder Ihr Team frei.
    Dokumentation

    Umsetzung

    1. Mit einem wiederkehrenden Fall beginnen

      Der Einstieg gelingt am besten mit einem Arbeitsablauf, der im Team bereits mehrfach improvisiert wurde, nicht mit einem hypothetischen Bedarf.

    2. Absicht vor Entwurf klären

      Zweck, Auslösekontext und Ausgabeformat werden festgelegt, bevor die erste Zeile SKILL.md geschrieben wird.

    3. Testaufträge realistisch wählen

      Zwei bis drei Aufträge, wie sie im echten Betrieb vorkommen, liefern belastbarere Ergebnisse als konstruierte Idealfälle.

    4. Feedback generalisieren statt flicken

      Wiederkehrende Anmerkungen führen zu einer schlankeren Anleitung, nicht zu immer mehr Einzelregeln.

    5. Beschreibung erst am Ende schärfen

      Die Trigger-Beschreibung wird optimiert, sobald der Skill inhaltlich steht, nicht vorher.

    Stand:

    Im Workshop wird daraus Ihre Methode.

    Wer diesen Prozess einmal laufen sieht, will als Nächstes den Agenten dahinter. Das bauen wir im Workshop Vom Prozess zum Agenten.

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    Gespräch statt Pitch

    Erst verstehen, dann entscheiden. Wir nehmen uns Zeit für ein erstes Gespräch, ohne Verkaufsdruck, ohne Verpflichtung.

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